Sinnlich, anarchisch, eigensinnig

«Die Kunst des Gehens»

Paolo Bianchi gibt in einer multimedialen Wegbegleitung von 30 Bildpaaren und Gedankengängen Einblick in eine sinnliche, anarchische und eigensinnige Art der menschlichen Fortbewegung. Der doppelte Blick soll zu wechselseitigen Schärfungen von Inhalt, Form und Sinn führen.

(Text Paolo Bianchi)

Das Gehen umfasst ein Unterwegssein, ein Aufbrechen und Loslassen und erschliesst genuin, die Verbindung zum eigenen Lebenslauf, zu Glanzpunkten und Misserfolgen, zu Barrieren und Durchbrüchen. Die Ausweitung des körperlichen Gehens hin zur einer elaborierten Gehkunst, erweist sich, wie Aurel Schmidt pointiert feststellt, als «umfassende Metapher für den Prozess des Lebens und der Struktur der Welt». (Aurel Schmidt: Gehen. Der glücklichste Mensch auf Erden, Verlag Huber 2007, S.22)

Denken und Gehen, Kopf und Fuss kennen viele Orte und Richtungen – oben / unten, vorne / hinten, rechts / links, innen / aussen. Gehen ist so gesehen Ortsveränderung, es meint, vermittelst der Füsse an einen anderen Ort zu gelangen. Das Voranschreiten im Naturraum reichert die Gedanken- und Gefühlswelt mit den Bildern von Weite, Wind, Wege und Wolken an. Das Nach-Draussen-Gehen verspricht den Gehenden einen ertragreichen Parcours: neue Perspektiven können sich eröffnen, im Moment anstehende Projekte beflügelt, Probleme relativiert und intellektuelle Prozesse zur Reife gebracht werden. Auf dem Weg hält ein Gehen und Wandern dann Glücksgefühle parat, wenn trotz aller Beschwerlichkeiten eindrucksvolle Landschaftsansichten neue Lebensenergie emporsteigen lassen. Der Fussweg hinaus in die Natur übt zugleich eine Wirkkraft aus auf den existenziellen Lebensweg.

Eintritt frei

Datum: 25. Oktober 2023
Start: 18:30 Uhr
Ende: 21:00 Uhr

Hörsaal 1

ZHdK Zürcher Hochschule der Künste
Pfingstweidstrasse 96
8005 Zürich